Egal wie oft ich aufwache. Du bist weg. Für immer.

Ein Gastbeitrag, den uns Laura geschenkt hat. Der 24.12. ist auch für uns mit Marle verwoben. Mit Marle und ihrer Familie. Mit Dankbarkeit, Schmerz, Traurigkeit, Tiefe, Demut und Liebe.

Mein Name ist Laura. Wir haben unsere Tochter verloren, sie ist gestorben an Heiligabend vor zwei Jahren. Sie hatte eine Stoffwechselerkrankung. Wir wussten, dass sie sterben wird, aber dass es nur 9 Wochen auf dieser Welt werden, damit haben wir nicht gerechnet.

Eine Bronchitis überlebte sie nicht. Drei Tage kämpfte sie, aber dann hörte ihr Herz auf, zu schlagen. Auf meiner Brust, auf unserem Sofa neben dem Weihnachtsbaum.

Seitdem ist alles anders. Seitdem leben wir mit dem Tod. Seitdem feiern wir Geburt von Jesus und trauern gleichzeitig um den Tod unsere Tochter.

Es ist der zweite Todestag. Das zweite Todesweihnachten. Naja, das dritte, wenn man das Weihnachten mitzählt, an dem Marle gestorben ist.

Die Adventszeit, wie ein Countdown kündigt sie ihn an. Diesen Tag. Diesen Tag an dem du auf meiner Brust gestorben bist. Gestorben bist, nachdem die Bescherung vorüber war.

Ich dir deine neuen Söckchen angezogen habe, deinen Schutzengel zu uns gelegt habe. Und dann nach drei Tagen auf den Tod warten auch einfach nicht mehr konnte. Aber musste. Nicht mehr aushalten konnte, dass deine Atemaussetzer, die immer öfter kamen, nicht die letzten waren. Das Warten auf den Tod mein Herz langsam in kleine Stücke riss.

Und dann. Kirchenglocken läuten.

Friedlich irgendwie. Herzzerreißend irgendwie. Ein Teil, weggenommen von unseren Herzen. Herausgerissen. Aus dem Herzen, aus unserem Leben.

Kleine geliebte Marle Lieselotte, du bist nicht mehr da.

Egal wie oft ich aufwache. Du bist weg. Für immer. Und jedes Jahr wieder, jeden Monat, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Du bist nicht mehr da.

Weg.

Und doch bist du da. Jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, jeden Tag und jede Nacht.

Und manchmal schmerzt es so sehr, dass ich es nicht aushalten kann. Aber muss. Denn was bleibt mir übrig? Was bleibt übrig?

Du.

Ich liebe dich unendlich. Unendlicher Schmerz. Es wird nie enden.





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